viernes, 4 de septiembre de 2015

INGRID BERGMAN, VON LISL STEINER PHOTOGRAFIERT

ENGLISH
                                       
November 1967. Sechsundzwanzig Jahre sind seit der Premiere von Casablanca  in New York verstrichen, mit Ingrid Bergman, Humphrey Bogart und Paul Henreid in den Hauptrollen.

Die mythische schwedische Schauspielerin, eine der größten in der Geschichte des Kinos, hatte die Rolle der Deborah (Simon Harford's Mutter) übernommen, und zwar sechs Monate lang im Stück „More Stately Mansions“ von Eugene O'Neill am Ahmanson Theater in Los Angeles Music Center (Eröffnungsspiel fand am 12. April 1967 statt) und nun ist die Produktion zum Broadhurst Theatre bei 235 W 44th übergegangen, gelegen zwischen Broadway und 8th Avenue in Midtown West, Manhattan (die Uraufführung fand am 31. Oktober 1967statt) in der Stadt New York, wo Ingrid Bergman mit ihrem dritten Ehemann, den schwedischen Theaterproduzenent Lars Schmidt lebte.

Beide spazieren der Madison Avenue entlang und halten sich die Hände.

Lisl Steiner, eine erfahrene Photojournalistin, die für die Keystone Press Agency and die Pix Agency von New York tätig war, hatte sie gerade aus einer Entfernung von zehn Metern erblickt.

Sie pirschte sich so weit wie möglich an sie heran und mied entdeckt zu werden.


Taktgefühl und Geschwindigkeit sind die Schlüsselfaktoren, sowie die Wahl des genauesten Augenblicks, um den Knopf des Auslösers ihres Leica M2 zu drücken, die mit schwarz-weißen  Kodak-Film Tri-X 400 geladen ist und mit 8 Elementen in 6 Gruppen Summicron-M 35 mm f/2 erster Version SAWOM verbunden ist.

Ingrid Bergman und Lars Schmidt setzen ihren Weg fort und befanden sich gerade unter der Markise des Restaurants Publick House.

Das Adrenalin steigt. Lisl, die ihre Kamera so weit unten wie möglich hält, um diskret zu bleiben, erkennt, daß es praktisch unmöglich ist, näher heranzukommen ohne gesehen zu werden. Beide sind bereits auf eine äußerst kurze Entfernung von ihr gelangt .

Plötzlich verlangsamt das Paar ihren Spaziergang.

Jetzt beginnen sie am Schaufenster von Essex Arts H. & E  Engel zu schlendern, eine Boutique mit Antiquitäten aus Plüsch, Bestecke, Porzellanartikel und klassische Möbel, die sich in diesem Teil Manhattans niedergelassen hat.

Lars Schmidt blickt auf ein altes Möbelstück mit einigen Porzellangläsern und einer aus Marmor gestalteten Figur, die zwei Tiere nachahmt, während Ingrid Bergman verschiedene Silbergegenstände beobachtet, die sich im unteren Bereich des Schaufenster befinden.

                                                       © Lisl Steiner

Erst in diesem Augenblick reißt Lisl Steiner ihre Leica M2 hoch, stellt den Entfernungsmesser auf hyperfokale Distanz ein, blickt durch den Vergrößerungssucher 0,72x und macht unbemerkt die Aufnahme mit 1/45 s und f/11, womit sie das Ehepaar überraschte und ihr erstes Bild bekam.

Das Timing ist perfekt und sie erfaßt ihre Füße ganz nahe am unteren Randes des Rahmens, während sie durch das Glas des Schaufenster blicken. Beide hatten gerade ihren linken Fuß auf dem Boden gesetzt, während deren rechte Füße sich in Bewegung befanden, somit zittrig und wegen der langsamen Verschlußzeit etwas unscharf erscheinen.

Das Know-How des Photojournalisten erweckte das Gefühl der Antizipation und der Vorteil, eine 35-Mm-Format spiegellose Entfernungsmesserkamera von Leica zu verwenden, erzielte die Anwendung eines kristallklaren direkten optischen Suchers

Die Leica M2 Okular von Lisl Steiner mit 0.72x Vergrößerungssucher, die mit einem Entfernungsmesser integriert ist, befähigt eine wirksame Grundlänge von 49.32 mm. 47 Jahre später.

Fenster des Entfernungsmessers, Leuchtrahmen-Leitungen für Objektive und Sucher von 35, 50 und 90 mm. 47 Jahre später.

und ermöglicht genau zu sehen, was beim Betätigen des Blendenverschlußknopfes gerade in dem Augenblick geschieht,  in dem das Bild auf die b & w-Emulsion eingeprägt wird (anders als bei Spiegelreflexkamera, in der die Sicht verschwindet, wenn der Spiegel oben ist) und die geometrische Formen entstehen, begleitet von einem außergewöhnlichen leisen Geräusch, das durch den mechanischen Verschluß des M2 und den Verschlußzeitabstand seiner erstaunlich kurzen 12 Ms erreicht wird, hat eben erwiesen ein Instrument zu sein

Lisl Steiner beim Betätigen des Auslöser ihrer Leica M2, 47 Jahre später. Diese voll mechanische Kamera hat während mehr als einem halben Jahrhundert fehlerfrei gearbeitet und macht weiterhin Aufnahmen.

um die Kontrolle des Augenblicks zu haben und dieses Photo zu schießen. 

Kurz danach beginnen Lars Schmidt und Ingrid Bergman die verschiedene Elemente des Schaufensters ruhiger und eingehender zu betrachten.

Trotz der großen Nähe muß die Photografin (die ihre Position in Bezug auf das vorangegane Bild sich geändert hat, ungefähr 2 Meter nach links bewegte und etwa 1 Meter zurücktrat und sich nun hinter dem großen Glas des Schaufensters befindet und jetzt eine Ecke mit dem angrenzenden Glas bildet, an dem Lars Schmidt und Ingrid Bergman das Innere beobachten) unentdeckt bleiben, da das Paar tief versunken ins Schaufenster blickt.

Lisl befindet sich nun fast auf kürzester Entfernung, bewahrt einem Abstand von ca. 2,5 m und es besteht eine noch größere Gefahr als zuvor, gesehen zu werden. Und wenn dies erfolgen würde, hätte ein mögliches zweites Bild keinen Sinn mehr.

Aber sie ist sich dessen bewußt, daß sie vielleicht im Stande sein wird, eine weiteres Photo  zu machen, bevor beide hinter der Ecke verschwinden, hält den Druck aus und wartet wieder auf den passenden Moment, der dann kommt, als Lars Schmidt mit seinem Finger Ingrid Bergmann auf einen Gegenstand hinweist, den sein Auge festhält.

                                                     © Lisl Steiner

Lisl löst ihre Kamera mit der gleichen Verschlußgeschwindigkeit und dem gleichen Diaphragma aus und bekommt ihr zweites Bild.


Lisl Steiner in Westlicht Wien, 47 Jahre später. Sie sitzt hinter einer Vintage-Kopie des ersten Photos, das sie von Ingrid Bergman und Lars Schmidt in der Madison Avenue von New York im Jahr 1967 machte.


Lisl Steiner auf den Stufen des Westlicht Wiens, 47 Jahre später. Sie hält eine Vintage-Kopie des zweiten Bildes, den sie von Ingrid Bergman und Lars Schmidt in der Madison Avenue New Yorks im Jahr 1967 machte.


Lisl Steiner in Wiens Hotel Sacher ( von Ingrid Bergman während der fünfziger und sechziger Jahre häufig besucht) 47 Jahre später, mit einer Leica D-Lux 5 Titanextraausgabe, die ihr Dr.Andreas Kaufmann, Vorsitzenden des Aufsichtsrats und Eigentümer von Leica Camera AG, schenkte.

Text und Bilder gezeigt: José Manuel Serrano Esparza

LISL STEINER: 63 JAHRE PHOTOJOURNALISM

PELÉ VON LISL STEINER FOTOGRAFIERT

FRANZ BECKENBAUER VON LISL STEINER FOTOGRAFIERT

SOCIETY IS KAPUT & OTHER TRUTHS FROM AN AGELESS SPIRIT: LISL STEINER ERREICHT 400.000 YOUTUBE BESUCHER